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Donnerstag, 4. März 2010

Hörbücher: Dune I-III

Google hält ja ein paar nette Statistik-Tools für Websites bereit. In Analytics bzw auch mit Webmaster habe ich gesehen, dass ich häufig hits mit Bezug auf Hörbücher bekomme. Ich hatte bisher aber erst einen Eintrag zu dem Thema, in dem ich Rückblicke auf Hörbücher angekündigt hatte. Hiermit will ich dem auch endlich mal Rechnung tragen.

Zuletzt bin ich wieder im Frank Herberts Dune Universum unterwegs gewesen. Das erste und dritte Buch habe ich vor zig Jahren, ich meine mit elf oder zwölf Jahren, schon in der Taschenbuch Ausbgabe gelesen oder besser verschlungen. Ich glaube den ersten Band hatte ich in drei oder vier Tagen durch. Letztes Jahr hatte ich diesen auch als Hörbuch für meine tägliche Fahrt zur Arbeit bekommen. Es ist auf zwei dicke Pakete aufgeteilt, jeweils mit 12 CD und rund 1500 min Gesamtspielzeit. Erschienen ist es bereits August 2008 und gelesen wird es von Simon Jäger, bekannt als Synchronstimme von Heath Ledger, Matt Damon, Jet Li, Josh Hartnett und anderen. Weiterhin Jürgen Prochnow, der sicherlich dabei ist, weil er in David Lynchs Filmversion (1984) Herzog Leto Atreides spielte und Marianne Rosenberg, bei der ich beim besten Willen nicht weiß warum sie dabei ist, aber später mehr dazu.
Dune II: Der Herr des Wüstenplaneten (Februar 2009, 8 CDs, ca. 573 Min.) und Dune III: Die Kinder des Wüstenplaneten (August 2009, 17 CDs, ca 1166 Min.) kamen später auch noch hinzu. Dune IV: Der Gottkaiser des Wüstenplaneten sollte am 27.2. erscheinen habe ihn aber noch nicht gefunden und Dune V: Die Ketzer des Wüstenplaneten ist geplant für August diesen Jahres.

Inhaltlich will ich gar nicht riesig darauf eingehen, dazu gibt es wesentlich mehr im Netz. Im großen Ganzen geht es um den Planeten Arrakis, genannt der Wüstenplanet. Die Besonderheit an dem Planeten, es ist der einzige im Universum auf dem das Gewürz bzw. Melange oder auch Spice existiert. Dieser Stoff erweitert das Bewußtsein und läßt einen dadurch in die Zukunft blicken, verlängert das Leben in gewissem Maße auf kosten von einer körperlichen Abhängigkeit und ermöglich das interstellare Reisen. Zeitlich liegt das Geschehen in einer weit entfernten Zukunft in der sich die Menscheheit über das Universum ausgebreitet, aber die Wurzeln zur Erde verloren hat. Regiert wird es durch den Paddischah-Imperator (vom persischen Pādishāh, „Schah der Schahs“) dem ein Feudalsystem mit verschiedenen Herrscherhäusern gegenübersteht. Das Haus Atreides, welches die Herrschaft über Arrakis übernehmen soll und deren Mitglieder steht in der Geschichte im Vordergrund. Eine weitere wichtige Gruppe sind die Fremen, die auf dem Wüstenplaneten ansässig sind und verschiedenen Wüstenvölkern nachemfunden wurden. Als Widersacher der Atreides tritt das Hauf Harkonnen auf, die seit mehreren Generationen eine Blutfehde mit den Atreides verbindet. Diese findet auf Arrakis den großen Showdown.
Im zweiten Band dreht sich die Geschichte hauptsächlich um Paul Muad'Dib, der zum Imperator, Messias und Gott über das bekannte Universum aufgestiegen ist. Mit einem Djihad verändert er das Leben der Bevölkerung auf unzähligen Planeten und die Religion die um ihn entstanden ist, wird so ins All hinausgetragen und parallel wird eine Intrige gegen ihn geschmiedet.
Im dritten Band geht es viel um die Kinder Muad'Dibs Ghanima und Leto II., seine Schwester Alia, die Besessen ist. Im großen Ganzen ist es ein großes Familientreffen der etwas abstruseren Art. Die Nachfahren des letzten Paddischah-Imperator Shaddam IV. haben auch noch eine Rolle im finalen Konstrukt und auch die Harkonnen kommen in subtilerer Form wieder auf den Bildschirm.

Oha, ich merke jetzt schon, wenn ich hier weiter mache wird es wieder länger als geplant, deshalb erstmal Schluss mit dem Inhalt. Wer mehr wissen will, kann auch einfach auf Wikipedia alle Hintergrundinfos lesen: Dune auf Wikpedia.

Kommen wir jetzt zum Eingemachten, die Umsetzung als Hörbuch. Eröffnet und geschlossen wird jede CD mit einem Musikstück was recht passend ist, weder aufdringlich, noch langweilig. Wolfgang Pampel macht zu dem noch die Vorstellung am Anfang und den Abschluss. Zur Information, Wolfgang Pampel ist die Synchronstimme von Harrison Ford und Larry Hagman und hat unter anderem auch Dan Browns Sakrileg und Illuminati gelesen. Persönlich finde ich ihn einen recht guten Sprecher. Leider bleibt es in diesem Buch bei dem kurzen Part.

Jedes Kapitel wird mit kurzen Auzügen aus Geschichtsbücher, Annekdoten, Lehren bzw. Weisen aus dem Dune Universum eröffnet welche von Marianne Rosenberg gelesen werden. Zur Erinnerung Marianne Rosenberg hat "Er gehört zu mir", "Marleen" und weitere Stücke zum Besten gebracht. Leider ist sie als Sprecherin der absolute Tiefpunkt dieser Lesung. Diese Frau hat leider kein Sprachgefühl und ist komplett fehlbesetzt worden. Es sind ja noch nicht mal Fehler die man nicht ausmerzen könnte. Es fängt schon an bei einer total falschen Atemtechnik an, die abgehackte Sätzen verursachen. Wenn man dann noch falsche Betonungen und mehr oder minder schwere Ausprachefehler mit einrechnet, dann ist sie als Sprecherin leider ein Katastrophe. Aber all das könnte man trainieren, was sie anscheinend nicht tat. So zumindest stellt sich das im Verlauf der Hörbücher dar, ob sich da nun bei den neuen Teilen geändert hat, wag ich aber mal zu bezweifeln. Ich Frage mich ja, ob sie überhaupt darauf hingewiesen wird oder ob sie vielleicht sogar komplett kritikresistent ist. Der Vorteil an diesem Desaster ist, dass sie immer nur kurze Passagen hat, so dass der sonst positive Eindruck der Lesung glücklicherweise nicht sonderlich geschmälert wird.

Jürgen Prochnow ist auch nur im ersten Band als Sprecher dabei. Die späteren werden ausschließlich von Jäger und Rosenberg gelesen. Prochnow ist Anfangs auch nicht unbedingt die Erleuchtung unter den Hörbuch Sprechern. Seine weitere Arbeit muss hier klar ausgeklammert werden, er ist ein großartiger Schauspieler und dafür schätze ich ihn. Im Verlauf des Buches steigert er seine Sprechleisteung aber deutlich. Er übernimmt hier zuerst die Kapitel die Herzog Leto ind en Vordergrund stellen, später dann eher die um Baron Harkonnen. Als Baron gefällt mir Prochnow im späteren Teil extrem gut, da er dessen überhebliche und selbstzufriedene Art sehr gut rüber bringt. Man merkt ihm an, dass er ein Profi ist und während der Produktionszeit an sich gearbeitet hat. Anfangs wirken seine Passagen oft genuschelt und lustlos, was sich zum Schluss hin stark ändert und guten Eindruck hinterläßt.

Simon Jäger ist anfangs auch nicht der absolute Lichtblick, aber dies ändert sich rapide je weiter die Lesung voranschreitet. Da die Bücher von Frank Herbert teilweise stark mit schnellen Konversationswechseln ausgestattet wurden, fällt es an manchen stellen schwer den Überblick zu behalten. Speziell im zweiten Band, was zum größten Teil aus Dialogen und Gedanken besteht, kommt dies zum tragen. Simon Jäger schafft dort aber meistens eine gute Unterscheidung zwischen den Charakteren. Er versucht seinerseits den Hauptcharakteren eigene Stimmcharakteristika zu verleihen und wichtigen Nebenrollen zumindest entsprechende Nuancen einzuarbeiten. Dies funktioniert innerhalb eines Bandes auch ganz gut. Im Dritten Band fällt aber auf, das er die "Stimme" die er in den beiden vorgänger Bänden für Gurney Halleg nutzte nun auch für Duncan Idaho herhalten muss. Er bestreitet den größten Teil der Lesungen, so dass mit seiner Leistung die Qualität der Hörbücher steht und fällt. Obwohl Simon Jäger Anfangs seine Schwächen hat, fällt dies trotz längerer Lesezeit weniger auf, als bei Frau Rosenberger mit ihren kurzen zwischentexten.

Insgesamt sind alle Dune Hörbücher sehr gute Produktionen, die sicherlich in Teilen ihre Schwächen haben. Die Trackeinteilung ist gut, so dass man nicht viel zu lange Stücke hat. Dies ist von Vorteil bei der Suche, wenn man die CD mal unterbrochen hat und zum richtigen Punkt zurückkehren will. Der erste Band, der als gedruckte Variante ein dicker Wälzer ist, wird gut rüber gebracht. Kleine Kritik, man muss sich quasi zwei Hörbücher kaufen um diesen vollständig hören zu können. Da es die ungekürzte Fassung ist, wird diese Lesung dem Buch aber im Umfang gerecht. Band Zwei ist durch den langsameren Inhalt schon etwas spezieller, aber für das bessere Verständnis des dritten Bands auch wichtig. Ich würde ihn eher als schwerere Kost bezeichnen, der aber seine Reize hat. Der Dritte Band ist dann der Abschluss des ersten Zyklus um die Atreides Generation Leto, Paul, Leto II.

Was bleibt als mein persönliches Fazit hängen. Für Freunde des Dune Universums auf jeden Fall eine Empfehlung, die dürften es aber vielleicht schon haben, "Fremdweltler" sollten erstmal die Hörprobe machen. Naja und für die Faulen, die bisher zu scheu waren sich an den Wälzer heranzuwagen, ist dies eigentlich eine gute Möglichkeit den Einstieg zu finden. Allgemein ist es, wie viele Hörbücher, eine gute Abwechslung im Auto, zu dem häufigen Einheitsgedödel der Radiosender. Geht mir zumindestens so, wenn man täglich mit dem Auto fährt und irgendwie immer die gleichen Songs laufen.

Kleiner Tipp am Rande, auf der Homepage von Bastei Lübbe Audio Verlag gibt es aktuell ein Widget mit dem man wohl den ersten Band kapitelweise gratis hören kann. Jeden Tag wird ein weiteres freigeschaltet und ältere Kapitel soll man auf Last.fm im Archiv finden. Bei mir hier hat es im Moment mit dem Widget nicht geklappt, aber vielleicht hängt das hier auch mit meinem Netzwerk zusammen, habe zumindest keinen Sound bekommen. Werde das aber noch mal anderer Zeit austesten.

Mittwoch, 8. April 2009

Erfahrungsbericht: Sharkoon X-Tatic Digital

Nach dem ich ja nun schon sehr lange nichts mehr geschrieben habe, kommt hier mal ein Update. Pünktlich zum vergangenen Wochenende kam endlich mein bestelltes Sharkoon X-Tatic Digital. Für alle die es nicht kennen, es handelt sich hierbei um die dritte Version eines 5.1 Surround Headsets, ausgelegt für Gamer.

Das angekommene Paket war irgendwie überdimensioniert. Ich hab mich schon gefragt ob das Teil doch größer ist, als ich dachte, dann kam aber doch nur die standard Plastikverpackung in normaler Größe zum Vorschein, also Platzverschwendung. Nachdem ich den Krieg mit der üblichen unzerstörbaren Verpackung gewonnen hatte (zwei Scheren in Kombination mit roher Gewalt habens möglich gemacht), kam mir erstmal ein beißender Plastikgeruch entgegen. Also direkt Fenster auf und alles lüften. Speziell das Handbuch konnte einem mit seinem Geruch regelrecht erschlagen. Das solche Sachen aber auch immer so schwere Ausdünstungen haben müssen ist schon bedenklich.

Startprobleme
Also nach der Ausdünstungszeit (und dem Abendessen) voller Vorfreude alles an die XBox360 angeschlossen. Ging auch alles super, optisches Kabel an die Sound Control Unit (SCU), die als Decoder für das Headset dient, Headset ans SCU, alles mit Strom versorgen (jeweils ein Netzteil für SCU und Headset!!!) und ab dafür. Es machte sich dann leider erstmal Ernüchterung breit, Surrounderlebnis - Fehlanzeige. Dementsprechend erstmal mit sämtlichen Einstellmöglichkeiten rumexperimentieren bis ich endlich eine saubere Konfiguration gefunden habe. An der SCU kann man die Time Delays einstellen und noch ein paar Optionen ein-/ausschalten. Sehr von Vorteil ist die Kabelfernbedienung. Mit ihr kann man die Lautstärke für Front, Center, Rear und Subwoofer separat einstellen und hier ist auch die Lautstärkeregelung & Stummschaltung für das Mikrofon integriert. Welchen Kanal man ausgewählt hat, wird über die in der Ferbedienung integrierten beleuchteten Auswahlknöpfe angezeigt. Nettes optisches Gimmick - der X-Tatic Schriftzug an den Kopfhöhrern ist auch beleuchtet.

Licht und Schatten
Nun aber, Licht aus, Film ab! Die Soundqualität ist absolut Spitze, Bässe kommen satt ins Ohr, Sitmmen sind klar zu erkennen, ein ausgewogenes Headset - Denkste! Nach ca. einer Stunde fiel unangenehm auf, dass die Polsterung für die Ohren eindeutig zu dünn ist. Die Speaker liegen direkt auf den Ohrmuscheln auf und nach entsprechender Zeit drückt es dann und beginnt zu schmerzen. Nicht so doll, bei so einem teuren Gerät hätte man besser darauf achten sollen. Wenn die Polsterung ein bisschen mehr als nen halben Zentimeter dicker wäre, dann würde es wahrscheinlich ausreichen um dem entgegen zu wirken. Da das X-Tatic aber explizit die Gamer als Zielgruppe hat, passt das nicht so ganz. Diejenigen, die sich so ein Headset anschaffen um damit zu spielen, werden es sicherlich weit mehr als eine Stunde am Stück nutzen wollen. Dabei ist es für 360 Besitzer eigentlich optimal, Microsoft Headset weg und alles in einem Gerät. So wie es aussieht, wird das optisch schöne Gerät wohl doch wieder zurück geschickt, falls mir nicht noch ein kleiner Trick zu Gute kommt.

Fazit
Die Vorgänger Modelle waren wohl sehr empfehlenswert, weshalb ich es mir überhaupt erst bestellt habe. Die Verarbeitung ist auch auf einem extrem hohen Niveau und wie schon erwähnt ist die Soundqualität auch top. Leider ist der Makel beim Tragekomfort doch schwerwiegender als ich dachte. Empfehlen kann man es also nur für Menschen mit extrem "schlanken" Ohrknorpeln. Manche Firmen schaffen es leider immer wieder ein gutes Produkt zu verschlimmbessern.

Lieferumfang:
- 5.1 Surround Headset (sehr gute Verarbeitung)
- 4 Lautsprecher pro Seite
- Abnehmbares Mikrofon (angeschlossen per Klinkenstecker direkt an den Kopfhöhrern)
- Kabelfernbedienung mit Mikro-Eingang (an XBox360 Controller), Lautstärkeregler für Mikrofon (Analog), Front, Center, Rear & Subwoofer (Digital) separat oder gesamt, Anzeige über Beleuchtung;
- Sound Control Unit für optisch digitale Audiosignale
- Verschiedene Kabel (optisches Digitalkabel, Klinken-Kabeladapter um Headset direkt anzuschließen, Anschlusskabel mit mini Klinkenstecker für Mikrofon an 360 Controller)
- 2 Netzteile, je für SCU und Headset

Preis: im Internet zu finden ab. ca. 106,- € (inkl. Versandkosten)