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Freitag, 12. März 2010

Formel 1 2010 - Regeländerungen

Seit heute ist die Formel 1 Saison 2010 am Start. Die freien Trainings sind ja eh nie ein Indikator für das Wochenende, aber schön dass sie wieder fahren. Ich bin auf jeden Fall mal auf das Qualifying gespannt, aber nicht nur wegen Schumi. Auf Bruno Senna freu ich mich, er konnte heute noch nicht überzeugen, so ist er aber bisher auch immer in den anderen Serien gestartet. Wie Nico Hülkenberg sich schlagen wird, dürfte bestimmt auch interessant zu beobachten sein. Dann mal schauen welche Teams dieses Jahr vorne mitmischen und ob die heiß gehandelten Titelkandidaten auch gutes Material zur Verfügung haben. Die jährlichen Regeländerungen sollen auch wieder die Spannung hoch halten, fallen aber im vergleich zum Vorjahr eher gemäßigt aus.

Was haben wir denn dieses Jahr im Portfolio. An erster Stelle ist die Punkteverteilung, die auch wegen der erhöhten Team- und Fahrerzahl geändert wurde. Es hätten 13 Teams werden sollen, aber nun sind es ja immerhin noch zwölf mit 24 Fahrern. Vielleicht kommen wir auch ieder mal zu einem Fahrerfeld mit 28 oder mehr Fahrern, dann ist wenigstens auf der Strecke was los. Die neue Punkteverteilung vom ersten Platz ist in absteigender Reihenfolge 25, 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2, 1 , somit bekommen die Fahrer bis zum zehnten Platz anstatt dem achten noch was für die Gesamtwertung. Ein Glück ist dieses Hirngespinnst, von wegen die Anzahl der Siege entscheidet über den Fahrertitel, verschwunden. Mal sehen wieviel das bringt, hiernach ist der Sieg wieder aufgewertet worden und steht im Verhältnis näher an der alten Punktevergabe. Bei der 10/6-Vergabe waren es ja noch 60% des Sieges, somit 10/8 80% und nun mit 25/18 sind wir bei 72% des Punktwertes eines Sieges.


Da kommt sicherlich recht schnell der Spruch "der undankbare elfte Platz" auf, naja passt ja zu dem Qualifying-Prozedere. Da gibt es weiterhin die drei Runden Q1-3, wobei jetzt in Q1 und Q2 jeweils sieben Fahrer auscheiden anstatt fünf. In Q3 sind es dann zum Schluss wieder zehn, die die Startplätze unter sich ausmachen. Neu in der Quali, die Fahrer können wieder mit geringer Betankung loslegen. Das liegt daran, dass es nun verboten ist, während des Rennens aufzutanken und alle Wagen mit einer Füllung das Rennen bestreiten müssen. OK, erhöht die Sicherheit beim Boxenstop, aber ob das auch sonst was bringt? War ja schon mal zwischen 1984 bis einschließlich 1993 der Fall, da dürte sich Frank Williams noch gut dran erinnern können und daraus vielleicht auch Profit schlagen. Sollte wohl erhöhte Probleme bei der Wagenabstimmung fürs Rennen geben. Das Aussehen der Wagen hat sich dabei auch wieder entsprechend verändert. Der größere Tank verbraucht auch entsprechend mehr Platz, der hintere Teil des Chassis wird dadurch breiter und der Radstand länger. Vorher waren die Tanks bei ca. 80 Liter und jetzt gehen sie eher in Richtung 250 Liter. Ich bleibe demgegenüber mal weiterhin skeptisch.

Das Gute daran, die Boxenstops werden so wesentlich schneller ablaufen, zusätzlich noch begünstigt durch das Verbot der Felgenabdeckung. Mal ehrlich, sah blöd aus und ich wage zu bezweifeln, dass die Dinger wirklich viel gebracht haben, auch wenn die Teams das immer beteuerten. Aber das hat auch McLaren Ende der 90er von diesen mini Zusatzflügeln neben dem Cockpit erzählt. So fliegt zumindest eine Fehler- und Gefahrenquelle bei den Boxenstops raus. Die FIA erhofft sich davon außerdem verringerte Turbulenzen hinter den Wagen und somit eine bessere Aerodynamik für das dahinter fahrenden Fahrzeug - Thema, im Windschatten Ansaugen und Überholen. Weiterhin werden die Vorderreifen schmaler. Letztes Jahr, als die Slicks wieder zugelassen wurden, blieb die Reifenbreite auf dem gleichen Stand wie mit Rillenreifen (mit Verlaub, die waren der größte Humbug den sich die FIA ausgedacht hatte). Dieses Saison dürfen sie nur noch 245mm breit sein, zuvor waren es noch 270mm. Was sich im letzten Jahr gezeigt hatte, war eine fehlende Balance der Bodenhaftung zwischen den Vorder- und Hinterreifen. Vorne hatten die Wagen sehr viel Grip, kamen dadurch besser auf Temperatur und hinten war der Verschleiß durch die schlechtere Haftung größer. Mit dieser Regel soll das ausgeglichen werden. Das Minimalgewicht ist von 605kg auf 620kg erhöht worden, um die Nachteile durch das Zusatzgewicht des KERS System, sowie größerer und schwerer Fahrer zu verringern.

Vorteil für diese, sie müssen jetzt nicht mehr so hungern! ;)

Samstag, 20. Juni 2009

Formel 1 - königliches Chaos

So langsam spitzt sich nun alles zu. In den letzten beiden Tagen überschlagen sich die Nachrichten zur Formel 1. Leider nicht wegen den sportlichen Leistungen, sondern dem Kleinkrieg zwischen dem Motorsport Weltverband FIA und der Teamvereinigung FOTA. Irgendwie lustig, dass dieses Jahr das Spannendste an der Formel 1 das drumherum und nicht die Rennen sind.

Im Grunde genommen sind die diskutierten Punkte, vorgeschobene Gründe für einen Machtkampf. Die erst Ende letzten Jahres gegründete FOTA will ihren Einfluss geltend machen. Dieser sollte aber auch nicht unterschätz werden, da hier, nach dem Rausschmiss von Williams und Force India, immer noch acht der aktuellen Teams organisiert sind. Vor allem die Herstellerteams wie Ferrari oder McLaren Mercedes sind wichtig für das Prestige der Formel 1. Die Bombe kam dann am Donnerstag abend, als die FOTA den Ausstieg aus der Formel 1 erklärte und eine eigene Rennserie eröffnen will.

Auf Basis dessen haben sich gestern die Informationen teilweise überschlagen. FIA Präsident Max Moseley gab mehrere Statements ab, die allgemein bedeuteten, dass er sich keine großen Sorgen macht. Anfangs hielt er noch die harte Linie und unterstrich, dass die endgültige Einschreibefrist am Freitag um 19.00 Uhr ausläuft. Da die FOTA keine Anzeichen von Sinneswandel andeutete, behalf man sich bei der FIA mit einer List. Um ein Hintertürchen offen zu haben, so dass die FOTA Teams doch noch in die Formel 1 kommen können, wurde die Meldefrist ausgesetzt, mit der Begründung man müsste jetzt erstmal die rechtlichen Schritte gegen die FOTA und ihre Rennserie überprüfen. So kann man das natürlich auch machen, ohne offiziell klein beizugeben. Vorteil daraus, man versucht noch ein wenig den Druck zu erhöhen. Es bleibt fraglich ob das klappt.

Bei der FOTA hat sich mittlerweile heraus kristallisiert, dass zwei Pläne bestehen. Plan A sieht vor, auf der FIA Weltratssitzung am kommenden Mittwoch, Max Moseleys Kopf rollen zu sehen. Die Chancen darauf werden aus dem FIA Umfeld als schlecht eingestuft. Das Problem der FIA dabei liegt auf der Hand. Der Weltrat hatte das Umstrittene Reglement abgesegnet und kann dies nun recht schlecht in Frage stellen. Falls nun also Moseley nicht gehen sollte, sieht Plan B die Gründung einer eigenen Rennserie vor. Auch wenn die FIA das als sehr schwer oder sogar unmöglich einschätzt, so ist dies mit sicherheit nicht unrealistisch. Die Kontakte zu den Streckenbetreibern sollte bei den Teams vorhanden sein und es gibt mehr als genügend Alternativen zu den Formel 1 Stationen. Problematischer wird der Aufbau eines entsprechenden Marketings und Rechteverwaltung, da hier zwar nicht ganz bei Null angefangen wird, aber die Frage über den Erfolg und damit den Wert dieser Serie besteht. Zum Schluss ist so eine Rennserie auch mit einem erheblichen finanzillen Risiko für die Eigner belastet. Nicht nur, dass der Rennzirkus Geld kostet, auch die fraglichen Strafzahlungen für die Vertragsbrüche der FOTA Teams müssen einberechnet werden.

Eine solche, primär von Herstellern getragene Serie ist insgesamt sehr riskant. Dies hat man gut im Tourenwagensegment hier in Deutschland gesehen. Sobald einer oder mehrere der Hersteller aussteigen, ist der weitere Erfolg offen bzw. das Ende doch recht nahe. Umgekehrt stellt sie aber auch eine Chance dar, die Attraktivität des Sports zu erhöhen. Ist doch die Formel 1 schon zu Schumacher-Zeiten langweilig geworden. Dies lag schon damals an Regeländerungen, die zwar die Sicherheit erhöhten, aber das Überholen immer schwieriger machten. Wenn dann noch Strafen für zu aggressives Überholen hinzu kommn, dann hört der Spaß echt auf. Im Grunde genommen sind doch bei Rennen nur noch die ersten und letzten 5-10 Runden interessant und vielleicht noch in der Mitte die Boxenstopps. So spannende Rennen wie zwischen Prost, Senna und Mansell Ende 80er, Anfang 90er werden wohl nicht so schnell wieder kommen.

Deswegen steht die Formel 1 nun auch an einem Scheideweg, der wichtiger sein könnte als es sich die FIA vorstellen mag. Das Chaos in der Königsklasse des Motorsports sollten die Beteiligten als Chance zur Besserung nutzen. Gespräche mit Offenheit für den Gegenüber führen und nicht ständig an Macht und den Verlust dessen denken. Es geht um den Sport und die Leute die es zum Schluss bezahlen, die Zuschauer.

Bleibt abzuwarten wie sich dieser Spaß noch weiterentwickelt. Zu hoffen ist, dass sich die Fronten nicht weiter verhärten und ein Konsens gefunden wird. Das was zur Zeit läuft ist doch nur noch peinlich und diesem Sport nicht würdig.

Dienstag, 17. März 2009

Der Spaß der Woche!

Regeländerungen in der Formel 1!
An sich ja nichts Neues, außer technische Beschränkungen für die Teams und kleineren Anpassungen des Reglements und der Geldverteilung war es selten bis nie eine Revolution. Doch heute gab es ein Absurdum was seines Gleichen sucht.
Ab dieser Saison gilt, wer die meisten Siege einfährt ist auch der Formel-1-Weltmeister. Rein rechnerisch könnte die Saison nach der Hälfte der Rennen schon zu Ende sein. Wenn ein Fahrer die ersten 9 von 17 Rennen gewinnt, kann man die Formel 1 Saison schon abbrechen, selbst wenn er die restlichen Rennen gar nicht erst antreten würde, hätte er den Titel inne. Die Punkte pro Rennen zählen nur noch für die Team-Wertung oder aber bei gleicher Anzahl an Siegen.
So ein Spaß kann auch nur von Mr. Formula One - Bernie Ecclestone kommen. Das Problem ist eigentlich nur, dass die FIA anscheinend nicht ganz bei der Sache war, als sie den Vorschlag heute durchgewunken hat. Anstatt einfach nur die Wertigkeit eines Sieges mit einer neuen Punkteverteilung (12-9-7-etc.) anzuheben, machen sie es auf eine, gelinde gesagt, sub-optimale Art und Weise. Neue Renntaktik könnte wohl das gezielte rammen vom WM-Führenden sein, damit er keinen Sieg einfahren kann.
Ist natürlich auch eine Möglichkeit Geld einzusparen und die Umwelt zu schonen. Ich sehe es schon bildlich vor mir "Der grüne Bernie - Retter der Welt und Kämpfer für die Luftreinheit". Vielleicht fährt man dann auch einfach nur noch Halb-Saisons und macht den Zirkus zwei Mal pro Jahr oder gleich drei Mal. Man kührt einfach einen Amerika, Europa und Asien/Ozeanien-Meister und läßt die Sieger in einem riesen Finale den Weltmeister ausfahren.
Zurück zum Thema. In der Praxis muss sich jetzt erstmal zeigen, ob es funktioniert. Wahrscheinlich wird es diese Regelung wohl eher doch nur ein bis zwei Jahre geben, da sich dann der Wiederstand dagegen breit machen wird. Spätestens, wenn ein Fahrer mit fünf oder sechs Siegen Weltmeister wird, aber 10 oder mehr Punkte Rückstand hat. Stoff aus dem die Anwaltsträume sind...
So viel zum Thema Kuriositätenkabinett Formel 1!